„Schwul ist krank.“ „Bist du eine Lesbe?“ „Das ist eklig.“ „Du bist doch kein richtiger Mann.“ „So etwas gehört nicht in unsere Familie.“
Solche Sätze hören Kinder und Jugendliche nicht nur im Internet. Sie fallen in Schulen, auf Schulhöfen, in Klassen, in Familien und unter Freunden. Manchmal werden sie bewusst verletzend gesagt. Manchmal werden sie nachgesprochen, weil andere es tun. Manchmal werden sie gesagt, weil jemand selbst unsicher ist und gar nicht darüber nachdenkt, was diese Worte bei einem anderen Menschen auslösen können.
Aber für den Menschen, der sie hört, können sie sehr viel bedeuten.
Denn hinter solchen Sätzen steckt häufig eine Botschaft:
Du bist nicht normal.
Du gehörst nicht dazu.
Mit dir stimmt etwas nicht.
Meine persönliche Geschichte
Dieses Thema ist für mich nicht nur ein theoretisches Thema. Ich bin selbst lesbisch. Ich bin 1975 geboren und in einer Zeit aufgewachsen, in der Homosexualität in meinem familiären und freundschaftlichen Umfeld als etwas Falsches und Sündhaftes betrachtet wurde. Ich habe erlebt, was es bedeuten kann, wenn einem vermittelt wird:
Du darfst nicht so sein.
Du gehörst dann vielleicht nicht mehr dazu.
Du verlierst vielleicht die Liebe und den Schutz deiner Familie.
Ich habe selbst lange geglaubt, mit mir sei etwas nicht in Ordnung.
Diese Erfahrungen haben mich geprägt.
Mein Leben verlief nicht geradlinig. Ich war viele Jahre abhängig und habe einen langen Weg gebraucht, um mich selbst anzunehmen, mein Leben neu zu gestalten und zu verstehen, dass ich nicht krank bin, nur weil ich „anders“ liebe.
Heute bin ich seit 2011 clean. Meine Geschichte kann ich nicht ändern. Aber ich kann entscheiden, was ich mit meinen Erfahrungen mache. Und ich möchte sie nutzen. Um mit Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Um Fragen zu beantworten. Um Vorurteile sichtbar zu machen. Um zu zeigen, welche Folgen Ausgrenzung haben kann.
Und um jungen Menschen zu vermitteln:
Du musst dich nicht heute festlegen.
Du darfst Fragen haben.
Du darfst dich entwickeln.
Du darfst anders sein.
Und du bist nicht weniger wert.
Und genau hier möchte ich ansetzen.
„Vielfalt verstehen. Vorurteile erkennen. Respekt entwickeln.“
Mit Sheriff for KIDS biete ich Klassenworkshops für Grundschulen (ab der vierten Klasse), weiterführende Schulen und Berufsschulen an, die sich altersgerecht mit sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Vorurteilen und Ausgrenzung beschäftigen. Dabei geht es nicht darum, Kindern und Jugendlichen vorzuschreiben, wer sie sein sollen. Es geht darum, Wissen zu vermitteln. Begriffe zu erklären. Fragen zuzulassen. Vorurteile sichtbar zu machen. Und gemeinsam zu verstehen, wie Feindbilder entstehen. Denn viele Vorurteile werden übernommen.
Aus der Familie.
Aus dem Freundeskreis.
Aus sozialen Medien.
Aus Filmen und Videos.
Oder einfach, weil man dazugehören möchte.
Ein Junge sagt vielleicht: „Schwul ist krank“, weil er diesen Satz immer wieder gehört hat. Ein Mädchen sagt vielleicht: „Lesbisch ist eklig“, weil es nie gelernt hat, darüber zu sprechen. Ein anderer Jugendlicher lacht mit, obwohl er eigentlich gar nicht weiß, warum. Das macht verletzende Aussagen nicht richtig. Aber es hilft uns zu verstehen, wie Vorurteile entstehen.
Und genau dort beginnt Veränderung.
Gewaltfreie Kommunikation als Grundlage
Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg.
Wir schauen uns gemeinsam an:
Was wurde gesagt? Was kann ein solcher Satz bei einem Menschen auslösen?
Welche Gefühle und Bedürfnisse stehen möglicherweise dahinter?
Warum werden Menschen abgewertet, die anders leben, fühlen oder lieben?
Und wie können wir miteinander sprechen, ohne andere Menschen zu verletzen?
Dabei geht es nicht darum, jede Aussage zu entschuldigen.
Es geht darum, Verantwortung für die Wirkung unserer Worte zu übernehmen. Denn Worte können verletzen. Worte können Menschen ausgrenzen. Worte können dazu führen, dass sich ein Kind oder ein Jugendlicher versteckt. Und Worte können auch etwas verändern.
Für wen ist das Angebot gedacht?
Mein Angebot richtet sich an:
- Grundschulen
- weiterführende Schulen
- Berufsschulen
- einzelne Klassen und Lerngruppen
Die Inhalte werden altersgerecht angepasst.
Bei jüngeren Kindern geht es stärker um Vielfalt, Freundschaft, Respekt und Ausgrenzung.
Bei älteren Jugendlichen können sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität, Coming-out, Vorurteile, Homophobie, Queerfeindlichkeit und die Auswirkungen von Ausgrenzung ausführlicher besprochen werden.
Dabei steht immer der Mensch im Mittelpunkt.
Nicht das Etikett. Nicht die Schublade. Sondern die Frage:
Wie wollen wir miteinander umgehen? Was für ein Mensch möchte ich sein? In welcher Welt möchte ich leben?
Mein Ziel
Ich möchte keine Kinder und Jugendlichen in eine bestimmte Richtung lenken. Ich möchte ihnen helfen, zu verstehen.
Sich selbst.
Andere Menschen.
Ihre eigenen Vorurteile.
Und die Wirkung ihrer Worte.
„Denn ein Mensch muss nicht alles verstehen um respektvoll zu sein.“
Wenn Sie dieses Thema in Ihrer Klasse oder an Ihrer Schule aufgreifen möchten, sprechen Sie mich gerne an. Schreiben Sie mir eine Mail über unsere Webseite „Kontakt“ Oder info@sheriff4kids.de
„Respekt beginnt dort, wo wir bereit sind, unser eigenes Denken zu hinterfragen.“
Claudia Berger aka Sheriff for KIDS